Vuvuzelas

So klein, und doch so laut. Und so wirkungsvoll. Dieses kleine Instrument spaltet ganze Nationen. Genau genommen spaltet es sie in die Leute, die in die Vuvuzelas reinblasen, und die jenigen denen ins Ohr geblasen wird. Und dadurch, dass das Instrument so laut ist sind die Bläser in der Unterzahl. Auch wenn man es kaum glauben mag, so oft wie man hier vor der Tür das quäken der Vuvuzelas hört. Aber diese Unterlegenheit lässt sich an der Lautstärke des Protest messen. Und auf Grund dieses Protests sind bei uns in Deutschland die Vuvus bei allen öffentlichen Fantreffs verboten – was der Lautstärke vor meiner Wohnung keinen Abbruch tut. Aber ein, zwei Einzelvuvubläser sind erträglich. Das Lungenvolumen eines Einzelnen Menschen ist zum Glück beschränkt. Aber in Afrika tröten die Fans fröhlich weiter, immer hinein in die Mikrofone. Und bei uns kommt es aus dem Fernseher heraus. Aber die were Fifa hat sich geweigert die Vuvus dort zu verbieten. Sie meinen, die Vuvus gäben der WM eine charakteristische Note.

Aber ist es denn nun gerechtfertigt die Vuvus zu verbieten? Sind sie wirklich so böse? Ein Hornissenschwarm klingt natürlich bedrohlich, aber immerhin sind Hornissen auch nicht giftiger als Wespen, und deutlich weniger aggressiv. Aber natürlich übertönt dieses schwirren und summen die netten Fangesänge. Arme Fans. Haben sie sich nun was kreatives ausgedacht, was zum Land passt. Vielleicht: “Steckt den Bafanas ihre Vuvuzelas in den Arsch” oder soetwas. Und dann hören die das nichtmal, weil die zu laut tröten! Ist wohl besser so…

Aber ich gebe es zu, auch mich nervt das ständige Getöse. Ich höre nichtmal mehr den Schiedsrichter pfeifen. Aber ich sehe die Dinger auch durchaus als charakteristisch für die WM an. Vielleicht etwas zu charakteristisch… So oder so ist der Name aber toll. Vuvuzela. Genau wie Tshabalala. Das ist Afrika pur. Das darf man doch nicht verbieten! Ich habe einen besseren Vorschlag. Warum drückt man nicht jedem Vuvuzelatröter ein Notenblatt in die Hand. Mit einer simplen Melodie. Und dann stellt man unter jeden Fanblock einen anheizer mit Megafon, der die Leute dann dazu einlädt bestimmte Rythmen zu spielen. Hat im Mittelalter mit den tollen Fanfaren doch auch geklappt. Vermutlich hatten die das gleiche Problem wie wir heute. Und haben uns so gleich die Lösung mitgeliefert.

Was natürlich noch erwähnt werden muss: Seit der Sendung mit der Maus weiß ich, dass Vuvuzela von “Uwe Seeler” kommt. Tolle Theorie, oder?

Published in: on 22. Juni 2010 at 21:22  Kommentare (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Moin, ich musste an das Getoese denken, als ich San Francisco entlang der Powell Street lief, wo die Cable Car her faehrt. Das summt auch auch die ganze Zeit wie ein Bienenschwarm, aber natuerlich laengst nicht so laut!

    • Ich hatte schon überlegt, eine zu kaufen. Man denke mal an die Möglichkeiten: Für nur 7€ kann man mal eben über 100 Dezibel starke Töne von sich geben. Perfekt für gezielte und weniger gezielte Attentate…


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